
Wenn eine Besetzung nicht vorankommt, heißt es schnell: Diese Person gibt es am Markt nicht. Unsere Erfahrung ist eine andere. Oft fehlt zu Beginn der Überblick, wo die passenden Persönlichkeiten tatsächlich sitzen, und die Suche läuft in die falsche Richtung. Dann vergehen Monate, bevor jemand das Profil infrage stellt.
Ein Netzwerk zeigt, wen man kennt. Marktkenntnis zeigt, wen es gibt.
Executive Search gilt als Netzwerkgeschäft. Ein gutes Netzwerk ist wertvoll, doch es bleibt ein Ausschnitt des Marktes. Wer eine Führungsposition besetzt, braucht das ganze Bild, und zwar vor dem Start der Suche.
Genau deshalb haben wir die Energiewirtschaft systematisch erhoben. Für unsere Studie „Frauen in Führung – Energiewirtschaft 2026“ haben wir rund 18.000 LinkedIn-Profile ausgewertet und die Spitze von 99 Energieunternehmen erfasst, von Konzernen über Netzbetreiber bis zu Stadtwerken. Zusammen mit unserer langjährigen Arbeit im Executive Search gibt uns das einen klaren Überblick über den Markt.
Was dieser Überblick verändert
Zwei Befunde zeigen, warum die Richtung einer Suche so viel entscheidet:
- Der Markt ist nicht überall gleich. In den Konzernen ist gut jede dritte Spitzenposition mit einer Frau besetzt, bei den Stadtwerken nur jede achte. Wer nur im eigenen Segment sucht, sieht deshalb nur einen Teil der möglichen Kandidatinnen.
- Die Kandidatinnen sitzen oft eine Stufe tiefer. In der Bereichsleitung liegt der Frauenanteil bei 24,1 Prozent, in Vorstand und Geschäftsführung bei 17,6 Prozent. Wer ausschließlich nach vorhandener Geschäftsführungserfahrung sucht, schließt viele Frauen aus, die den nächsten Schritt machen können.
Dass dieser Schritt gelingt, zeigen die Bestellungen: Seit 2025 ging mehr als jede dritte an eine Frau.
Die Rolle an den Markt anpassen, nicht umgekehrt
Mit diesem Wissen beginnt eine Besetzung anders. Wir können schon vor dem Start sagen, wen es für eine Position gibt und wo der Zuschnitt einer Rolle am Markt vorbeigeht. Daraus ergeben sich zwei klare Wege: Entweder stimmt das Profil, dann gehen wir von Anfang an in die richtige Richtung. Oder die gesuchte Kombination gibt es kaum, dann lässt sich die Rolle so zuschneiden, dass sie zu den Menschen passt, die es wirklich gibt.
Das ist Mehrarbeit am Anfang, und sie lohnt sich. Denn das teuerste an einer Suche ist nicht ihr Honorar. Es ist die Zeit, die sie in die falsche Richtung läuft.
Die vollständigen Ergebnisse finden Sie in unserer Studie zur Energiewirtschaft.